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Group Show

„Speicher“

Neuer Kunstverein Aschaffenburg e.V.

opening: 15. Juli 2018

duration of exhibition: 16.7. - 9.9.18

 

Past

Group Show

„Feel before you die!“

Eröffnung am 30. Juni

Eulengasse in Frankfurt am Main

 

 

Solo Show

Weißfrauen deaconship church in Frankfurt am Main

4th May 17 - 30th June 17

"The swampland"

the swampland

 

 

Solo Show

„Don’t touch the dug potatoes !“

Extendet till 4th April 2017

09/02-18/03/17 | Galerie Perpétuel

The sand clock

Text by Dr. Ana Karaminova

only in German

In der Ausstellung „Don’t touch the dug potatoes!“ thematisiert Yasuaki Kitagawa ein metaphysisches Phänomen, das epistemologisch schwer fassbar ist und für das der Künstler dennoch eine ästhetische Form in der kinetischen Holzinstallation „Sanduhr“ (2017) findet: die Zeit! Der Künstler lädt die Betrachter*innen ein, Sand in einen Trichter zu füllen, um die Konstruktion in Bewegung zu setzen. Kitagawa geht also der Frage nach, inwiefern der Zeitverlauf ohne menschliches Handeln möglich ist. Kann der Fluss der Zeit aufgehoben werden?

Das wichtigste Instrument zur Messung der Zeit ist bekanntlich die Uhr. Bei der Installation deuten fast alle Einzelteile darauf, dass es sich um ein solches Gerät handelt: ein Uhrzeiger, ein Pendel, ein komplexes Zahnradgetriebe. Ja, sogar das eingebaute Wasserrad verweist auf das jahrtausendealte Verfahren der Zeitmessung, bei dem Wasser von einem Behälter in einen anderen transportiert wird und dabei konstante Zeiteinheiten definiert werden. Nach diesem Prinzip wurden später Sanduhren konstruiert – auf die sich Kitagawa in seiner Installation bezieht. Das Wasserrad, das heute hauptsächlich mit dem Mühlrad in Verbindung gebracht wird, ist eine der ältesten Maschinen der Menschheit und trägt in der Kunstgeschichte eine symbolische Bedeutung – die des Verwandlers, des Schicksals. Durch das Mahlen wird sinnbildhaft die Weltschöpfung hervorgebracht. Die Mühle wiederum steht in Verbindung zur Symbolik des Rades, des Kreises. Der Kreis wiederum ist Sinnbild für die Einheit von Körper und Seele, von Bewusstem und Unbewusstem, von Verwurzelung und Aktivität. So ist er, als Linie bzw. Bewegung, die in sich selbst Anfang und Ende findet, gleichsam das alchemistische Zeichen für das „Eine und Ganze“, für das Universum.

Bei genauer Beobachtung der Installation stellt man fest, dass die einzelnen Teile nagel- und metallfrei zusammengesteckt wurden und damit den Lehren des altertümlichen Holzhandwerks entsprechen. Diese Präzision der Ausführung ist für alle Arbeiten von Yasuaki Kitagawa charakteristisch, bei denen der Künstler ganz unterschiedliche Materialien verwendet. Der Künstler ist in Tokio geboren, lebt seit 20 Jahren in Deutschland, hat Philosophie in Münster und Leipzig sowie Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel und an der Städelschule Frankfurt am Main studiert. Kitagawa wendet sich stets dem scheinbar Unsichtbaren und Gewohntem in unserem Alltag zu, entzieht ihnen den ursprünglichen Sinn und ihre Funktion und schafft somit neue Betrachtungsperspektiven, die zum Nachdenken anregen.

Das Thema Zeit beschäftigt seit Jahrhunderten sowohl Künstler als auch Musiker, Schriftsteller*innen und Philosophen*innen. So beginnt das sechste Kapitel von Thomas Manns „Der Zauberberg“ mit den Fragen: „Was ist die Zeit? Ein Geheimnis, - wesenlos und allmächtig. Eine Bedingung der Erscheinungswelt, eine Bewegung, verkoppelt und vermengt mit dem Dasein der Körper im Raum und ihrer Bewegung. Wäre aber keine Zeit, wenn keine Bewegung wäre? Keine Bewegung, wenn keine Zeit? [...] Ist die Zeit eine Funktion des Raumes? Oder umgekehrt? Oder sind beide identisch? [...]“. Laut Immanuel Kant ist die Zeit einfach eine Form der Anschauung (Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft, Der transzendentalen Ästhetik Zweiter Abschnitt, Von der Zeit, 1781).

Zur Eröffnung am Donnerstag, 09.02.2017 ab 19 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Einleitend spricht die Kunsthistorikerin Dr. Ana Karaminova.

Galerie Perpétuel
Oppenheimer Str. 39
60594 Frankfurt am Main
Tel: 069 96230415
Mob: 01637485480

info@perpetuel.net
www.perpetuel.net

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Do 14-18 Uhr
Sa 11-14 Uhr
und nach Vereinbarung

kindly supported by Kulturamt Frankfurt am Main

 

Solo Show

1822-Forum

Yasuaki Kitagawa

"inside-out redrawing"

Vernissage:

am Montag, 15. August 2016, 19 Uhr
on Monday, August 15th 2016, 7 p.m.

Vom 16. August bis 17. September 2016

1822-Forum, Fahrgasse 9, 60311 Frankfurt

Telefon 069 2641-4234
Öffnungszeiten*: Di bis Fr von 14 bis 18 Uhr, Sa von 13 bis 16 Uhr, Mo geschlossen

kindly supported by Stiftung der Frankfurter Sparkasse and Kulturamt Frankfurt am Main

1822-Forum

Zum Saisonstart der Galerien ist das 1822-Forum am Freitag, 9. 9., von 14 bis 22 Uhr, am Samstag, 10. 9. und Sonntag, 11. 9., von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Journal Frankfurt, Die Grenzen des "White Cube", 24. August 2016, Tamara Marszalkowski

Frankfurter Neue Presse, Kunst aus Alltag und Ironie – und kaum zu erkennen, 17. August 2016, (fai)

 
Yasuaki Kitagawa. Inside-Out Redrawing
Text von Rose Field
Vor ein paar Monaten hat Yasuaki Kitagawa an der Gruppenausstellung „Outlook“ im Basis teilgenommen. Auch ohne seine Kunst vorher gekannt zu haben, konnte man direkt sein Werk entdecken. Seine Kunst ist wie er – ruhig und nachdenklich, aber auch unheimlich klug und witzig. Zuerst wurde man von Senklot, welches der Schwerkraft trotzend an der Decke stand, begrüßt. Eine lange, rote Schnur hing gerade von dem Senklot herunter. Diese Arbeit ist faszinierend. Die ziemlich einfache, aber dennoch verblüffende, Illusion ist typisch für Kitagawas Kunst. Seine Installationen und Skulpturen machen den Betrachter neugierig. Sie sind etwas diskret und geben erst nach der Investition von ein bisschen Zeit und Mühe ihre wirkliche Bedeutung Preis.
In Kitagawas Arbeiten sieht man deutlich die Spuren seines Philosophie Studiums. Er studierte auch Freie Kunst unter Prof. Alf Schuler an der Kunsthochschule Kassel und unter Prof. Tobias Rehberger an der Städelschule Frankfurt. In den letzten Jahren war er an mehrere Gruppen- und Soloausstellungen beteiligt, u.a. in dem Städtische Museum PERLA CASTRUM in Schwarzenberg und der Fukushima Contemporary Art Biennale, Japan. 2014 war er als Artist in Residence in Seoul, Korea.
Yasuaki Kitagawa erforscht nicht nur Faktoren wie Materialität, Räumlichkeit und Musealität, sondern auch grundsätzliche Zuständen wie die Conditio Humana – The Human Condition. Seine Werke werfen Fragen zu unserer Existenz und Lebensweise auf. Die Arbeit ‚Das Reservoir‘ beschäftigt sich mit dem „Verschwinden des Einzelnen in der Masse“, indem ein Tropfen von der Decke in einen großen Behälter mit vier Tonnen Wasser fällt. Dadurch wird eine kleine Welle verursacht bevor der Tropfen in der Weite des Wassers verschwindet. Die Frage nach dem Sinn des Lebens kommt schnell auf. Aber Kitagawa gibt keine Antworten. Es ist einem selbst überlassen, ob man die Vergeblichkeit des eigenen Einflusses im Wasser gespiegelt sieht, oder ob der Tropfen und die entstandene Welle eine Änderung bedeutet. Und darin befindet sich die Kraft von Kitagawas Kunst – schwierige, grundsätzliche Fragen werden in poetischer Einfachheit dargestellt. Jeder darf – und soll – die Arbeiten für sich interpretieren. Seine Arbeiten sind eine Kombination von philosophischen Überlegungen und handwerklichen Auseinandersetzungen mit dem ausgewählten Thema.
Für „Inside-Out Redrawing“ hat Kitagawa eine Installation aus zwei unabhängigen Werken gebaut. Dadurch setzt er sich intensiv mit dem Raum auseinander und schafft eine Situation in der die Besucher es ihm gleichtun müssen. Beim ersten Blick scheint der Raum relativ leer zu sein. Man wundert sich wo die Kunst ist und ob man es vielleicht doch vergessen hat sie aufzuhängen. Erst nachdem man die Ausstellung
auf sich wirken lässt und ein paar Sekunden ratlos im Raum steht, entdeckt man die erste Arbeit. In dieser Ausstellung geht es vielmehr um Räumlichkeit und der Definition von Kunst, als um die einzelnen Kunstwerke. Man ist eingeladen ‚hinter die Kulissen‘ zu schauen um erst die Werke und dann auch deren Bedeutung für sich zu entdecken. Dadurch nimmt man sich selbst, den Raum und die Werken anders wahr. Die Säule verbirgt etwas Geheimes, während die Fenstern eine neue Perspektive schaffen. Alles was hier zu sehen ist, ist bewusst so platziert.
Die Arbeiten werden als Teil des Raumes konzipiert und auch so eingebaut. Eine falsche Säule umschließt die Arbeit ‚eine unerwartete Nachbarschaft’. Wenn man durch das Guckloch schaut, sieht man ein fremdes, leuchtendes Objekt, das in der Säule zu schweben scheint. Die Arbeit dient als Erinnerung an das Atomkraftwerk in Japan in welchem Kitagawa vor über 20 Jahren gearbeitet hat. Natürlich kann man auch Schlüsse zu den jetzigen Diskussionen in Japan über Nuklearenergie ziehen. Der zweiten Teil der Installation ist hinter, für diese Ausstellung erbaute, Wänden versteckt. Die zwei gegenübergestellten Fenster bilden ein Sehrohr (Periskop). Durch dieses betrachtet man sich selbst von hinten, wie man das Kunstwerk anschaut. Die Bedeutung liegt darin, dass man sich seinem Verhalten der Kunst gegenüber äußerst bewusst wird. Ob dieses Verhalten positiv, negativ oder neutral ist, ist jedem persönlich überlassen. Die Hauptsache ist, dass es angesprochen wird – dass es bewusst wird. Kitagawa zeigt nicht nur durch das Verstecken der oben beschriebenen Werke seinen bekannten Humor. Er hat auch ein drittes Kunstwerk in dem Ausstellungsraum versteckt – auf dem Marmorboden hat er manche der weißen Punkte schwarz übermalt. Hiermit wirft er noch einmal Fragen zur Vergeblichkeit, sowie auch dem Sinn der Kunst auf. Da man die gemalten Punkte nicht wirklich von den nicht gemalten unterscheiden kann (Kitagawa weiss nicht mehr selbst wo er die Farbe eingesetzt hat), muss man sich schon Fragen warum er es überhaupt gemacht hat. Nachdem man ein paar Minuten damit verbraucht hat, die Punkte zu suchen, schaut man vielleicht wieder hoch zu den Fenster. Da wird man sehen wie man in einem leeren Raum steht und den Boden absucht und müsste schmunzeln, weil man genau das tut, was Kitagawa wollte. Man setzt sich mit der Ausstellung, dem Raum und der Kunst auseinander.
In dieser Ausstellung findet man nicht nur vom Können gefertigte Kunst, sondern ist selbst aufgefordert, durch einen leichten Stups, über sich, die Welt und die Kunst nachzudenken.

 

Groupe Shows

basis projektraum
Elbestraße 10, Frankfurt am Main

Moritz Grimm, Yasuaki Kitagawa, Marcel Schiele, Daniel Wind

20. - 28. Mai 2016

Eröffnung: 20. Mai 2016, 19:00 Uhr

kindly supported by Kulturamt Frankfurt am Main
 
Jungmiso Art Space, Seoul Korea

 

 
MMCA Residency, Goyang Korea
 

 

 

Platform Sarai, Frankfurt am Main

 

Che SaRai?

Eva Huttenlauch, MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main

Ob wir hier vor Kunstwerken stehen, das wäre eine interessante theoretische Frage. Wichtiger als eine Antwort darauf wäre es aber, festzustellen, worum es sich denn bei den vorliegenden Arbeiten konkret handelt. Umgehen wir also zunächst die akademische Kunstfrage und bedenken unvoreingenommen, was fünf Kreative aus Frankfurts schöpferischen Kreisen uns vor Augen stellen. Allesamt sind Absolventen nahegelegener Hochschulen; sie stehen also mit beiden Beinen mitten im geistigen Diskurs der Gegenwart. Sie sind sich ihres Arbeitsansatzes als professionelle Künstler bewusst und schaffen nicht aus einer unbestimmten Gefühlslage heraus. Ihre Unternehmung besteht im Planen beinahe mehr als im Machen; die Gedankenfracht hinter der vordergründigen Anschauung ist mithin ihr Bearbeitungsziel und nicht das, was unser Auge mit Vergnügen am Niegesehenen oder am Wiedererkennen wahrnimmt. Sie wollen hinter die Ebene der Retina, hinter die Ebene der visuellen Neugier in tiefere kognitive Bereiche, also in unser Bewusstsein eindringen. Wenn wir solcherart gedankliche, intelligente Werkvorschläge vor uns sehen, dann entspricht unsere Betrachterrolle, historisch beleuchtet, eher einer Ausstellung von Duchamp oder Man Ray, nicht einer von van Gogh oder Picasso: ästhetischer Genuss steht in diesen Modellen gegen gedanklichen Aufklärungsprozess.
Wie also gehen wir bei der Betrachtung vor? Analytisch, indem wir jede künstlerische Maßnahme, die ja eine Fiktion ist, vergleichen mit unserer realen Erfahrungswelt, um dabei notwendigerweise festzustellen, dass unsere Wirklichkeitswahrnehmung außer Geltung gerät. Was im Widerspruch zur Wirklichkeit steht, was uns ungewohnt oder anders vorkommt, das fällt nicht mehr in ein automatisch vorgegebenes Fach, sondern verlangt uns neue, originale geistige Ordnungsarbeit ab. Eine (kleine, modellhafte) Neuwelt ist entstanden, die wir selbst erst ordnen müssen, weil die gewohnten Schemata von Aktion und Reaktion, also die Norm, versagen.
Ist das etwas Besonderes? Ist das sogar provokativ? Nein, beides nicht! Denn in kleinen Schritten ändert sich die Lebenswelt, wenn auch unmerklich langsam, täglich, und was uns heute normhaft erscheint, hätten unsere Großeltern nicht verstanden (und umgekehrt). Allerdings hängt unser Orientierung schaffendes Bewusstsein am Bekannten – sonst würden wir in fremder Umgebung zugrunde gehen. Aber ebenso ist das Neue Teil geistiger Verarbeitung, die, weil sie unbequem ist, oft unwillig, aber notwendig vollzogen wird. Vor den Modellen solchen Verständniswandels, im Leben ein Prozess von vielleicht Generationen, in der Kunst in einem Werkgedanken konzentriert, stehen wir in der Ausstellung von Goekhan Erdogan, Marcus Gundling, Jin-Kyoung Huh, Yasuaki Kitagawa und Oliver C. Tüchsen. Sie fordert den Betrachter mittels ihrer innovativen Werke auf, Ordnung in ihm fremde Zusammenhänge zu stiften; das heißt, sie verkürzt und konzentriert und erklärt in wenigen musterhaften Momenten die Struktur geistigen Abenteurertums. Sie stellt ein Modell des Weltverhaltens auf, das den Menschen zum Menschen hat werden lassen, nämlich zum Schöpfer und Gestalter seines Lebens und seiner Welt – eben zum „Künstler“ in der täglichen Erschaffung des Neuen.
Die Arbeiten sind Vorschläge an den Ausstellungsbesucher; sie entstehen einerseits durch Künstlerarbeit innerhalb der Strukturen des vorgegebenen Raumes, anderseits als Prozess der Bedeutungssuche durch die Verstandesarbeit des Betrachters. Die Ausstellung ist so beschrieben, mehr als ein Schaufenster von warenhaften Werken. Sie ist ein künstlerisch ausgezeichneter Ort mit der Lizenz, Sinn zu stiften.

 

 

 

»SaRai«

Goekhan Erdogan (DE), Marcus Gundling (DE), Jin-Kyoung Huh (KR/DE), Yasuaki Kitagawa (JP/DE), Oliver Tüchsen (DE)


Im Rahmen der Finissage wird eine Broschüre von der Ausstellung veröffentlicht.

 

Vernissage am Di. 29. 04. 2014 / 19:00

Finissage am Di. 27. 05. 2014 / 19:00

Besuch nach telefonischer Vereinbarung: +49 (0)176 9689 4479

Platform Sarai, Schweizer Str. 23 HH, 60594 Frankfurt a.M.

Mit freundlicher Unterstützung von Kulturamt Frankfurt